| UN-Klimakonferenz in Durban: Klimaschutz am Scheideweg? | |
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| Beschreibung: |
Heute beginnt im südafrikanischen Durban der 17. Weltklimagipfel (COP 17). Etwa 15.000 Teilnehmer aus knapp 200 Staaten werden auf der UN-Konferenz bis zum 9. Dezember über die Reduzierung von Treibhausgas-Emissionen verhandeln. Sie werden aber auch nach Möglichkeiten suchen, um ein globales neues Klimaschutzabkommen auf den Weg zu bringen. Das Kyoto-Protokoll läuft in einem Jahr aus. LINK |
| Eingetragen von: |
Anna savemynature |
| Datum: | 2011/11/28 |
| Ort: | Durban Südafrika |
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in Washington DC. LINK
In einer kleinen Serie stellt klimaretter.info Akteure der Weltklimakonferenz vor. Heute: Beniamino Salacakau, High Commissioner der Regierungsdelegation des Inselstaates Fidschi -> "Mein Dorf wird verschwunden sein"
Klimaschutz leidet unter der Schuldenkrise
Röttgen: Durchbruch fürs Klima
Durban. Der UN-Klimagipfel von Durban hat ein mehrere hundert Seiten
umfassendes Paket verabschiedet. Es enthält viele Einzelaspekte. Bedeutend sind
unter anderem:
KYOTO-PROTOKOLL: Ein Nachfolgeabkommen des Kyoto-Protokolls soll erst bei der
nächsten Klimakonferenz in Katar 2012 ausgearbeitet werden. Die Vereinbarung über
die Reduktion von Treibhausgasen könnte dann ab 2013 greifen. Die Delegierten
ließen jedoch offen, ob die nächste Verpflichtungsperiode bis 2017 oder bis 2020
andauern soll. Im nächsten Jahr müssen die Reduktionsziele der einzelnen Länder in
das Abkommen geschrieben werden. Die EU und andere Staaten, die sich zum
Kyoto-Prozess bekennen, stoßen jedoch nur rund 15 Prozent der globalen
Treibhausgase aus.
KLIMASCHUTZ-MANDAT: Bis spätestens 2015 soll ein Abkommen vereinbart werden,
das auch die Klimaziele von Nicht-Kyoto-Staaten erfasst und ab 2020 in Kraft tritt.
Dazu zählen die USA, China und Indien. Ob es einmal mit dem Kyoto-Prozess
zusammengefasst wird, ist offen. Über die rechtliche Verbindlichkeit wurde in Durban
bis zuletzt gestritten. Die Kompromissformel, eine „Vereinbarung mit Rechtskraft“
(outcome with legal force), gilt Klimaschützern als zu schwach. Zudem gebe es den
Ausdruck in der internationalen Rechtsprechung gar nicht.
FINANZEN: Der Grüne Klimafonds soll dazu beitragen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden
Dollar (74 Mrd. Euro) für Entwicklungsländer bereitzustellen, damit sie sich an die
Folgen des Klimawandels anpassen können. Zudem werden klimafreundliche Projekte
unterstützt. Die Einrichtung des Fonds wurde bereits in Cancún beschlossen. In
Durban vereinbarten die Delegierten ein Arbeitsprogramm für 2012, um den Fonds
funktionsfähig zu machen, etwa um Personal einzustellen. Um den Sitz bewarben
sich unter anderem Deutschland und Mexiko. Der Vorschlag, auch Abgaben auf
Schiffs- und Flugverkehr für das Aufbringen der 100 Milliarden Dollar zu nutzen,
wurde aus dem Papier gestrichen.
WALDSCHUTZ: Die Texte zum Waldschutz wurden nicht wesentlich vorangetrieben.
Im Finanzfonds ist dafür kein Geld vorgesehen. Damit steigt die Wahrscheinlichkeit,
dass Geld für die Urwälder von Kraftwerken und Industrie kommt, die dann ihren
eigenen Treibhausgasausstoß nicht mehr so stark reduzieren müssten. Da der Wald
viel Kohlendioxid aufnimmt, könnte das die Verschmutzungsrechte noch billiger
machen.
dpa
Ein Service der Leipziger Volkszeitung
vom 11. Dezember 2011