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AKTUELLE ATOMPOLITIK (Energiewende?)
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Hier sind immer wieder neue Informationen der Atompolitik zu finden!
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Martha savemynature
Datum: 2010/09/29
Ort: Berlin (Berlin)
Deutschland
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Alle 68 Kommentare anzeigen

Martha savemynature IPPNW-Presseinformation vom 29. September 2010

Auch neueste deutsche Atomkraftwerke sind nicht sicher
Notfallmaßnahmen könnten in Neckarwestheim-2, Isar-2, Emsland versagen - Auch Altanlage Biblis betroffen

Ausgerechnet in den neuesten deutschen Atomkraftwerken Neckarwestheim-2, Isar-2, Emsland koennten die so genannten "Notfallmassnahmen" bei mehreren moeglichen Unfallablaeufen versagen. Zu diesem Ergebnis kommt eine oeffentlich bislang nicht wahrgenommene Studie der Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) aus dem Jahr 2001. Ein Gutachten aus dem Jahr 2007 bestaetigt die brisante Sicherheitsluecke der so genannten "Konvoianlagen".

"Die Notfallmassnahmen waren die wichtigsten Nachrüstungsmassnahmen, die aufgrund der erschreckenden Ergebnisse der Deutschen Risikostudie Kernkraftwerke für dringend erforderlich gehalten wurden. Notfallmassnahmen sind in Atomkraftwerken der letzte Rettungsanker, um die gefuerchtete Kernschmelze noch zu verhindern. Und wenn das nicht gelingt, sollen sie zumindest das besonders katastrophale Hochdruck-Kernschmelzen verhindern, bei dem der tonnenschwere Reaktordruckbehaelter wie eine Rakete nach oben schiesst und das Containment durchschlaegt", so Henrik Paulitz, Atom-Experte der atomkritischen Aerzteorganisation IPPNW. "Jetzt zeigt sich, dass diese Notfallmassnahme in den neuesten deutschen Atomkraftwerken nicht einwandfrei funktioniert. Das wirft ein voellig neues Licht auf die durchgefuehrten Nachruestungen der vergangenen 20 Jahre, auf die die Atomindustrie so gerne verweist."

Nach den Berechnungen der GRS funktioniert die Notfallmassnahme "Primaerseitige Druckentlastung und Bespeisung (PDE)" unter anderem bei "kleinen Lecks" etwa in einer Schweißnaht des Primaer-Kuehlkreises nicht. In der Risikostudie heißt es dazu: "Beim Kuehlmittelverluststoerfall ist dann die Zeitspanne zwischen dem Anstehen der Kriterien und dem Zeitpunkt, bis zu dem PDE zur Verhinderung des Kernschadenszustands wirksam sein muss, so kurz, dass dieses Ziel kaum erreichbar ist (...). Die GRS schaetzt in diesem Fall die Erfolgswahrscheinlichkeit von PDE bei den Kuehlmittelverluststoerfaellen als sehr gering ein." An anderer Stelle heißt es: "Notfallmassnahmen (PDE) sind systemtechnisch nicht durchfuehrbar oder ihre Erfolgswahrscheinlichkeit wird als gering eingeschaetzt."

Referenzanlage der Sicherheitsstudie war mit Neckarwestheim-2 ausgerechnet das neueste deutsche Atomkraftwerk, der Stolz der deutschen Atomindustrie.

Ein gemeinsames Gutachten der GRS, des Physikerbueros Bremen und des Oeko-Instituts vom Mai 2007 bestaetigt das Problem fuer das Konvoi-Atomkraftwerk Emsland. Die Gutachter heben hervor, dass in Emsland "zusaetzliche Handmassnahmen" fuer die Vorbereitung der Notfallmassnahmen erforderlich sind, was 20 Minuten Zeit erfordert. Es bleiben keinerlei Sicherheitsreserven. Die Notfallmassnahme PDE kann naemlich nicht einfach von der Warte gestartet werden wie in aelteren Anlagen. Vielmehr muss zunaechst ein Elektriker verfuegbar sein und in das benachbarte "Notspeisegebaeude" eilen. Bei bestimmten Unfaellen muss sogar noch ein zweiter Elektriker in einer solchen Stresssituation Zeit haben, um im "Schaltanlagengebaeude" taetig zu werden.

Generell besteht auch in den Konvoianlagen das Problem, dass wegen der relativ "kleinen" Ventile nur eine deutlich langsamere und weniger tiefe Druckentlastung bei der Notfallmassnahme PDE moeglich ist als in aelteren Atomkraftwerken. Bei bestimmten Unfallablaeufen kann daher laut Gutachten vom Mai 2007 eine Kernschmelze ("Huellrohrtemperaturen >1200 °C") nicht verhindert werden.

"Probleme der besonderen Art gibt es im Uralt-Atomkraftwerk Biblis", so Paulitz. "Dort hat man zwar die Notfallmassnahme PDE nachgeruestet, aber nicht für den tatsaechlichen Einsatz freigegeben. Die Nachruestungs-Genehmigung sieht vor, dass im Leistungsbetrieb notwendige Komponenten für die Durchfuehrung der Notfallmaßnahme zu entfernen sind. Aufgrund der Auflage der Genehmigungsbehoerde kann die Massnahme also nicht durchgefuehrt werden. Auch so kann man eine Nachruestungsmaßnahme ad absurdum fuehren", so Paulitz.
Martha savemynature DER ATOM-DEAL in ZAHLEN

17 Atomkraftwerke sind in Deutschland am Netz

10 davon (die Jüngeren) sollen noch 14 Jahre am netz bleiben

• Die 7 Älteren 8 Jahre

• Also bleiben Die Kraftwerke im Schnitt noch 12 Jahre angeschlossen

• Der endgültige Ausstieg verschiebt sich dann wahrscheinlich vom Jahr 2025 auf das Jahr 2040

• Auch beschlossen ist, dass der Ökostromanteil am gesamten Energieverbrauch von 18% im Jahr 2020 auf 60% im Jahr 2050 steigen soll

• Für die Verlängerung der Akw-Laufzeiten müssen die Betreiber zahlen

• Die Brennelementesteuer kostet sie bis 2016 ca. 13 Mrd. Euro

• Der freiwilliger Sonderbeitrag für erneuerbare Energien kostet sie weitere 1,4 Mrd. Euro

• Ab dem Jahr 2017 folgt dann eine weitere freiwillige Gewinnabgabe in die Staatskasse von 16 Mrd. Euro

• Der Gesamtbetrag der Abgabe liegt also für die Akw-Betreiber bei 30 Mrd. Euro

• Die Betreiber werden aber durch steigende Strompreise 126 Mrd. Euro Gewinn erzielen

• Das bedeutet 126 Mrd. Gewinn abzüglich 30 Mrd. Kosten = 96 Mrd. Euro GEWINN

WER MÖCHTE DA NICHT GERNE BESITZER EINES ATOMKRAFTWERKES SEIN - Alles dreht sich immer nur ums Geld!
tom savemynature Es ist so krass, was die jetzige Regierung in Sachen Laufzeitverlängerung beschlossen hat. Die haben doch komplett die Erdung und den gesunden Menschenverstand verloren. Erfüllungsgehilfen der Energieriesen!
Martha savemynature also wenn die eins geschafft haben, dann dass sie auf keinen fall wieder gewählt werden!
Anna savemynature Die Laufzeitverlängerungen waren ein Fehler... -> Ein Interview mit Konrad Freiberg ( er trat 1968 in den Polizeidienst ein, seine Karriere bei der Gewerkschaft der Polizei GdP begann 1979. Nach mehreren Funktionen auf Landesebene wurde er GdP-Funktionär auf Bundesebene: Vorsitzender des Fachausschusses Kriminalpolizei, stellvertretender Bundesvorsitzender und schließlich, seit dem Jahr 2000, Bundesvorsitzender der GdP.)
Martha savemynature Die AKW-Laufzeitverlängerung dürfte in Karlsruhe scheitern. Dabei hätte Schwarz-Gelb das Projekt wohl erfolgreich durch den Bundesrat bringen können. Ein Gastbeitrag
Schwarz-gelbe Taktik-Spielchen
Anna savemynature Regierungserklärung von Kanzlerin Merkel
„Wir brauchen einen Ausstieg mit Augenmaß“
Martha savemynature GUTE GRAFIK von Spiegel Online Atomkraft und Strom weltweit