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Sonnenbaden auf Kosten der Orang-Utans?
(Please find the english version below)
Trotz der zunehmenden Vernichtung der Regenwälder (denen ja bekanntlich besonderer Schutz zuteil werden soll), kann man immer noch fast in jedem Holzhandel das indonesische Holz Bankirai (oder Balau) kaufen. Es ist bekannt für seine Stabilität und Langlebigkeit. Das Holz hat eine besonders hohe Dichte und eignet sich daher besonders für den Feuchtbereich, weil es nicht fault. Man nutzt es in Deutschland vor allem als Terrassenbelag oder als Holz für Gartenmöbel.
Die Verkäufer machen dem Kunden oft weis, dass das Bankirai natürlich aus nachhaltigem Anbau in indonesischen Plantagen stammt. Der Kunde ist dann beruhigt und stellt keine lästigen Fragen mehr.
Tatsache ist jedoch, dass Bankirai etwa hundert Jahre alt werden muss, damit sich die Fällung des Baumes überhaupt lohnt.
Bankirai ist in diesem Artikel nur ein Beispiel für viele andere tropische Hölzer, die ebenfalls als gefährdet gelten.
(Südost)Asien: Teak, Bangkirai, Keruing, Meranti oder Yellow Balau, Merbau, Nyatoh, Bintangor, Rotes Canarium
Afrika: Abachi, Wenge, Iroko, Sapelli, Afroromosia
Südamerika: Massaranduba, Cumaru, Ipe, Jatoba, Nyatoh

Das FSC Siegel
Trotz der Gefährdung werden diese Arten im Holzhandel angeboten und stammen fast immer aus illegalem Einschlag.
Um eine nachhaltige Forstwirtschaft zu gewährleisten und ein Ausrotten verschiedener Hölzer zu verhindern, gründete man 1997 das FSC (Forest Stewardship Council) Siegel. Durch die Schaffung von einheitlichen Kriterien und Standards wollte man die Zerstörung kompletter Ökosysteme vermeiden.
Leider hat man immer wieder feststellen müssen, dass eine 100% Überwachung nicht möglich ist. Immer wieder wurde sehr zweifelhaftes Holz mit dem Siegel versehen und nach Europa importiert. Trotz des FSC Siegels (und ca. 50 weiterer Holz- und Waldsiegel) geht das muntere Treiben im Dschungel unvermindert weiter, denn eine nachhaltige Forstwirtschaft im sensiblen Ökosystem Regenwald existiert (noch) nicht!
Wenn ein Urwaldriese im Wald gefällt wird, stirbt zunächst ein kompletter Mikrokosmos mit dem Baum; Amphibien, Reptilien, Insekten, Aufsitzerpflanzen etc. Außerdem fügt der umstürzende Baum seiner Umgebung irreparablen Schaden zu, ganz abgesehen von den Zufahrtswegen für die Holzschlepper. Über diese Zufahrtswege folgen später Wilderer, Plantagenbauer oder Siedler. Eine Straße im Regenwald ist immer der Anbeginn allen Übels.
Das Fällen eines Urwaldriesen reist große Löcher in das Kronendach des Waldes und sorgt für das Austrocknen des jeweiligen Gebietes, was wiederum die Feuergefahr erhöht. Von einer Nachhaltigkeit oder gar Verantwortungsbewusstsein kann also überhaupt nicht die Rede sein.

Regenwaldrodung auf der Insel Borneo
Dem umweltbewussten Verbraucher kann man hier nur raten, überhaupt kein Tropenholz zu kaufen- weder zertifiziert, noch aus Plantagenanbau. Es gibt mittlerweile viele Alternativen, angefangen bei speziell behandeltem einheimischen Hölzern oder Holz- Kunststoff Gemischen. Trotzdem schwören viele Menschen nach wie vor auf tropisches Holz, entweder aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit. Dem Handel ist das relativ egal wie unser Praxis-Test beweist.
Wir riefen bei einigen Holzhändlern an um mal zu hören, wie man auf Fragen zur ökologischen Nachhaltigkeit reagiert. Ich gab mich als stolzer Besitzer einer 30 m² Terrasse aus und gab vor, diese neu verkleiden zu wollen.
Der erste Verkäufer kam schnell auf Bankirai zu sprechen und schwärmte von den Vorzügen dieses Holzes. Ich erkundigte mich nach dem Preis und war überrascht zu hören, das Bankirai mit ca. 60 Euro pro m² wesentlich günstiger ist als ein Holz- Kunststoff Gemisch.
Bei der Frage nach der Herkunft des Holzes folgten klare Worte. Tropenholz käme nun mal aus dem tropischen Regenwald, dass müsse jedem klar sein, sagte der Verkäufer. Ich fragte nach Bankirai aus Plantagenanbau und auch hier fand der Verkäufer klare Worte: Das wäre angesichts der Reifungsdauer des Holzes (die bei knapp 100 Jahren liegt) faktisch ja gar nicht möglich. Ich brachte die Sache auf den Punkt: „Sie nehmen also wieder besseres Wissen die Zerstörung der letzten Regenwälder in Kauf?“ Der Verkäufer kam ins stottern und erzählte mir, dass ja nur 6 % des Tropenholzes als Bauholz verwendet würden und die meisten Urwälder wegen Palmölplantagen abgeholzt würden. „Das kleinere Übel“ meinte der Verkäufer.
Im zweiten Holzhandel verlief das Gespräch ganz anders. Nachdem ich nach den ökologischen Aspekten von Bankirai nachfragte, geriet der Verkäufer sofort ins Stottern. Er könne mir hierzu nichts Genaues berichten, sagte er. Man würde das Holz bei zertifizierten Händlern einkaufen, so die Information. Ich bohrte nach: „Also ist dann auch das Holz zertifiziert?“ fragte ich. Wieder folgte eine ausweichende und unklare Antwort. Als ich zum Abschluss feststellte, dass ich mir also niemals sicher sein könnte, ob für mein Bankirai nicht doch Regenwald zerstört wurde, gab mir der Verkäufer Recht.
In einem dritten Markt wurde uns auf der Webseite im Zusammenhang mit Bankirai vollmundig versprochen: Nachhaltige Forstwirtschaft!
Ich erkundige mich telefonisch bei einer Verkäuferin, wie denn diese nachhaltige Forstwirtschaft aussehe. "Das Holz kommt aus Plantagen." erläutert sie und erklärt mir darauf hin, wie eine Plantage funktioniert. Ich unterbrach sie und gab zu bedenken, dass Bankirai doch mindestens 100 Jahre alt werden müsse um "erntereif" zu sein. Die Verkäuferin stimmte mir zu. Ich kam zur Sache: "Das bedeutet also, dass diese Plantagen über 100 Jahre alt sind?" - "Richtig!" gab sie zurück. Dann fragte ich sie, wieviel hundert Jahre die Plantagen in Indonesien denn im Schnitt so seien. Diese Frage konnte sie nicht beantworten und sie merkte, das sie überführt war.
Ich teilte ihr meine Bedenken mit und bat sie, diese an den Geschäftsführer weiterzuleiten.
Der Handel ist sich also sehr wohl im Klaren über die Folgen ihrer Geschäftspolitik, aber solange eine Nachfrage für diese Hölzer gibt und damit Geld verdient werden kann, wird das große Geschäft mit dem Ausverkauf der Regenwälder weitergehen. Soviel zur Gewissenlosigkeit der Wirtschaft.
Am 07.Juli 2010 wurde nun eine Verordnung im EU Parlament verabschiedet, welches die Einfuhr von illegalem Holz in die EU untersagt. Jedoch tritt diese Verordnung erst im Frühjahr 2013 in Kraft, bis dahin dürfen die letzten Regenwälder des Planeten noch ordentlich ausgebeutet werden. Bis 2015 wird ohnehin der Großteil der Regenwälder zerstört sein.
Australien hingegen möchte sich überhaupt nicht festlegen (entgegen anders lautender Ankündigungen) und wird auch in Zukunft illegal geschlagenes Holz importieren.

Regenwald in Indonesien
Die Folgen die durch die Zerstörung der letzten Regenwälder entstehen sind bisher noch nicht abzusehen. Tatsache ist, dass diese Wälder als Wasserspeicher fungieren und einen eigenen Klimahaushalt besitzen. Die Humusschicht der Regenwälder ist extrem dünn und nach dem abholzen des Waldes wird die gesamte Humusschicht sehr schnell weggewaschen und das Land wird unfruchtbar. Bei jedem Regenguss kommt es nun zu starker Erosion oder sogar zu einem Erdrutsch. Der Trinkwasserspiegel sinkt ab und die Niederschlagsmenge in der Region sinkt. Doch das sind nur die lokalen Folgen.
Doch die globalen Folgen sind weit schlimmer. Bei der Zerstörung eines Regenwaldes werden große Mengen CO² freigesetzt, die weltweit 20% des Kohlendioxids ausmachen. Indonesien z.B. katapultierte sich auf diese Weise zum drittgrößten CO² Emittenten der Welt, gleich nach der USA und China.
Was kann ich gegen diese Entwicklung unternehmen?
- Finger weg von Tropenholz jeder Art!
- Teilt diese Informationen mit Freunden und Bekannten!
- Kauft nur Recyclingpapier Produkte
- Boykottiert Bau- oder Holzmärkte, die solches Holz anbieten und teilt der Geschäftsleitung mit, warum Ihr dort nicht mehr einkaufen werdet.
- Beteiligt Euch an Petitionen und E-mail Aktionen zum Thema Regenwaldschutz (entsprechende Aktionen findet ihr hier bei save my nature)
Artikel: Maik Schaffer
Fotos: Maik Schaffer, Copyright: BOS Deutschland e.V.
__________________________________________________
Sun-bathing on the orangutan's cost?
Despite the ongoing destruction of the rain forests (which should be escpecially protected), the Indonesian wood Bankirai (or Balau) can be purchased at nearly every wood trader. Bankirai is known for its stability and longevity. The wood has a remarkably high density and therefore is especially suitable for wet areas, as it does not decompose. In Germany, it is mostly used for terrace paneling or garden furniture.
Sales clerks often make customers believe, that Bankirai of course comes from sustainable cultivation from Indonesian plantations. The customer then is appeased and stops asking nasty questions.
Fact is, hoewever, that Bankirai has to be about 100 years old so that chopping a tree down is rewarding.
In this article, Bankirai is only an example for other tropical woods that are endangered:
(Souteast)Asia: Teak, Bangkirai, Keruing, Meranti or Yellow Balau, Merbau, Nyatoh, Bintangor, Red Canarium.
Africa: Abachi, Wenge, Iroko, Sapelli, Afroromosia
South America: Massaranduba, Cumaru, Ipe, Jatoba, Nyatho.
Despite the endangerment, this species are available in timber trade and almost always come from illegal cutting.
To guarantee a sustainable sylviculture and to prevent the extinction of diverse timbers, the FSC (Forest Stewardship Council) seal was founded in 1997. By means of standardized criteria, the destruction of whole ecosystems should be avoided.
Unfortunately, it has become quite clear, that a total surveillance is not always possible. Again and again, timber of doubtful origin was approved with the seal and shipped to Europe.
Despite the FSC seal (and about 50 other wood- and forest seals) the merry ado in the rainforest continues unabatedly, because sustainable forestry in the sensitive ecosystem rain forest does not exist (yet)!
When an ancient forest giant is chopped down in the wood, a whole microcosm dies with the tree; Amphibia, Reptiles, Insects, Epiphytes, etc.
Moreover, the falling tree irreparably damages its surroundings – not to mention the roads for the timber trucks. Later, poachers, plantation oweners or settlers use these roads. A road in the rain forest always is the root of all evil. The chopping of a tree tears a hole in the canopy of the forest – this leads to a drying out in the respective area which increases the danger of wildfires. There's really no sustainability or responsibility in that.
The environmentally conscious consumer can only be advised to not buy tropical wood at all – whether it is certified or not.
There are many alternatives nowadays, starting with specially treated native woods or wood-synthetic composites. Despite that, many people still rely on tropical wood, either out of ignorance or indifference. The trade doesn't really care, as our test confirmed.
We called a couple of wood traders, because we wanted to know, how they react to questions of ecological sustainability. I posed as the proud owner of a 30m² terrace and said, that I wanted to redo its paneling.
The first sales clerk quickly mentioned Bankirai and enthused over its advantages. I asked for the price and was surprised to hear, that Bankirai only costs 60€ (about 78 US$) per m² and thus is remarkably cheaper than a wood-synthetic composite. Asked about the wood's origin, a clear answer was given: Tropical wood comes from tropic rain forest, the clerk said, everyone should be aware of that.
I asked for Bankirai from plantation growth, again the sales clerk found very clear words: This would be actually impossible, facing the growth period of 100 years. I cut right to the chase of the matter: “Against better knowledge, you accept the destruction of the last rain forests?”
The salesclerk started stuttering and told me something about only 6% of tropical wood being used as construction timber and that most rain forests would be cut down because of palm oil plantations. “The lesser evil” said the clerk.
At the second timber trader, the conversation went quite differently. After I asked for the ecological aspects of Bangkirai, the salesclerk immediately started stuttering. He couldn't tell me any details, he said, the timber would be bought from certified traders. I dug deeper: “So the wood is certified?” Again an evasive and unclear answer was given.
When I asked at the end, that I can never be sure that my Bangkirai does not destroy the rain forest, the salesclerk said I was right.
A third market promised, in connection with Bangkirai, on its website: Sustainable Forestry!
I called in and asked a sales clerk, how this sustainable forestry would look like. “The timber comes from plantations”, she told me and explained how a plantation works. I interrupted and said that Bangkirai has to grow for about 100 years to be ready for “harvest”. The clerk agreed. “This means, that these plantations are older than 100 years?” I asked – “Correct” she answered. Then I asked how many centuries old Indonesian plantation were averagely. This question, she couldn’t answer and she knew that she was “convicted”.
I told her about my worries and asked her to forward them to the management.
The trade very well knows the consequences of their policy, but as long as there is a demand for these kinds of wood and money is owned with them, the big business with the sale of the rain forests will continue. So much for the lack of conscience of the economy.
On 7th July 2010, the EU Parliament passed a regulation that forbids the importation of illegally cut wood into the European Union. This regulation however does not become valid until spring 2013 – until then this planet's last rainforest are free to be exploited. Until 2015, the major part of the rainforests will be destroyed anyway.
Australia however is unwilling to make a commitment (against opposite announcements) and will import illegally cut wood in the future.
The consequences of the destruction of the last rain forests are not yet to foresee. It is a fact, that these forests are water reservoirs, that have an own climate system. The layer of humus in the rain forests is extremely thin and after deforestation, the entire layer is soon washed off and the land becomes infertile. With every rain drop, the land is further eroded or landslides occur. The level of drinkable water is lowered and there is less rain in the area. But this are only the local consequences.
The global consequences however are far worse.
When a rain forest is destroyed, large quantities of carbon dioxide are released, 20% of the world's CO² in total. Indonesia, for example made itself to the world's third largest CO² emitter, right after the USA and China.
What can I do to stop this development?
- Don't use tropical wood of any kind!
- Share this information with friends!
- only buy recycled paper products.
- boycott home improvement stores which sell such wood and tell the management why you don't buy there anymore.
- take part in petitions and E-Mail actions concerning the protection of the rain forests (such actions can be found at save my nature).
Text: Maik Schaffer
Photos: Maik Schaffer, Copyright: BOS Deutschland e.V.
Translation: save my nature
(Please find the english version below)
Trotz der zunehmenden Vernichtung der Regenwälder (denen ja bekanntlich besonderer Schutz zuteil werden soll), kann man immer noch fast in jedem Holzhandel das indonesische Holz Bankirai (oder Balau) kaufen. Es ist bekannt für seine Stabilität und Langlebigkeit. Das Holz hat eine besonders hohe Dichte und eignet sich daher besonders für den Feuchtbereich, weil es nicht fault. Man nutzt es in Deutschland vor allem als Terrassenbelag oder als Holz für Gartenmöbel.
Die Verkäufer machen dem Kunden oft weis, dass das Bankirai natürlich aus nachhaltigem Anbau in indonesischen Plantagen stammt. Der Kunde ist dann beruhigt und stellt keine lästigen Fragen mehr.
Tatsache ist jedoch, dass Bankirai etwa hundert Jahre alt werden muss, damit sich die Fällung des Baumes überhaupt lohnt.
Bankirai ist in diesem Artikel nur ein Beispiel für viele andere tropische Hölzer, die ebenfalls als gefährdet gelten.
(Südost)Asien: Teak, Bangkirai, Keruing, Meranti oder Yellow Balau, Merbau, Nyatoh, Bintangor, Rotes Canarium
Afrika: Abachi, Wenge, Iroko, Sapelli, Afroromosia
Südamerika: Massaranduba, Cumaru, Ipe, Jatoba, Nyatoh

Das FSC Siegel
Trotz der Gefährdung werden diese Arten im Holzhandel angeboten und stammen fast immer aus illegalem Einschlag.
Um eine nachhaltige Forstwirtschaft zu gewährleisten und ein Ausrotten verschiedener Hölzer zu verhindern, gründete man 1997 das FSC (Forest Stewardship Council) Siegel. Durch die Schaffung von einheitlichen Kriterien und Standards wollte man die Zerstörung kompletter Ökosysteme vermeiden.
Leider hat man immer wieder feststellen müssen, dass eine 100% Überwachung nicht möglich ist. Immer wieder wurde sehr zweifelhaftes Holz mit dem Siegel versehen und nach Europa importiert. Trotz des FSC Siegels (und ca. 50 weiterer Holz- und Waldsiegel) geht das muntere Treiben im Dschungel unvermindert weiter, denn eine nachhaltige Forstwirtschaft im sensiblen Ökosystem Regenwald existiert (noch) nicht!
Wenn ein Urwaldriese im Wald gefällt wird, stirbt zunächst ein kompletter Mikrokosmos mit dem Baum; Amphibien, Reptilien, Insekten, Aufsitzerpflanzen etc. Außerdem fügt der umstürzende Baum seiner Umgebung irreparablen Schaden zu, ganz abgesehen von den Zufahrtswegen für die Holzschlepper. Über diese Zufahrtswege folgen später Wilderer, Plantagenbauer oder Siedler. Eine Straße im Regenwald ist immer der Anbeginn allen Übels.
Das Fällen eines Urwaldriesen reist große Löcher in das Kronendach des Waldes und sorgt für das Austrocknen des jeweiligen Gebietes, was wiederum die Feuergefahr erhöht. Von einer Nachhaltigkeit oder gar Verantwortungsbewusstsein kann also überhaupt nicht die Rede sein.

Regenwaldrodung auf der Insel Borneo
Dem umweltbewussten Verbraucher kann man hier nur raten, überhaupt kein Tropenholz zu kaufen- weder zertifiziert, noch aus Plantagenanbau. Es gibt mittlerweile viele Alternativen, angefangen bei speziell behandeltem einheimischen Hölzern oder Holz- Kunststoff Gemischen. Trotzdem schwören viele Menschen nach wie vor auf tropisches Holz, entweder aus Unwissenheit oder Gleichgültigkeit. Dem Handel ist das relativ egal wie unser Praxis-Test beweist.
Wir riefen bei einigen Holzhändlern an um mal zu hören, wie man auf Fragen zur ökologischen Nachhaltigkeit reagiert. Ich gab mich als stolzer Besitzer einer 30 m² Terrasse aus und gab vor, diese neu verkleiden zu wollen.
Der erste Verkäufer kam schnell auf Bankirai zu sprechen und schwärmte von den Vorzügen dieses Holzes. Ich erkundigte mich nach dem Preis und war überrascht zu hören, das Bankirai mit ca. 60 Euro pro m² wesentlich günstiger ist als ein Holz- Kunststoff Gemisch.
Bei der Frage nach der Herkunft des Holzes folgten klare Worte. Tropenholz käme nun mal aus dem tropischen Regenwald, dass müsse jedem klar sein, sagte der Verkäufer. Ich fragte nach Bankirai aus Plantagenanbau und auch hier fand der Verkäufer klare Worte: Das wäre angesichts der Reifungsdauer des Holzes (die bei knapp 100 Jahren liegt) faktisch ja gar nicht möglich. Ich brachte die Sache auf den Punkt: „Sie nehmen also wieder besseres Wissen die Zerstörung der letzten Regenwälder in Kauf?“ Der Verkäufer kam ins stottern und erzählte mir, dass ja nur 6 % des Tropenholzes als Bauholz verwendet würden und die meisten Urwälder wegen Palmölplantagen abgeholzt würden. „Das kleinere Übel“ meinte der Verkäufer.
Im zweiten Holzhandel verlief das Gespräch ganz anders. Nachdem ich nach den ökologischen Aspekten von Bankirai nachfragte, geriet der Verkäufer sofort ins Stottern. Er könne mir hierzu nichts Genaues berichten, sagte er. Man würde das Holz bei zertifizierten Händlern einkaufen, so die Information. Ich bohrte nach: „Also ist dann auch das Holz zertifiziert?“ fragte ich. Wieder folgte eine ausweichende und unklare Antwort. Als ich zum Abschluss feststellte, dass ich mir also niemals sicher sein könnte, ob für mein Bankirai nicht doch Regenwald zerstört wurde, gab mir der Verkäufer Recht.
In einem dritten Markt wurde uns auf der Webseite im Zusammenhang mit Bankirai vollmundig versprochen: Nachhaltige Forstwirtschaft!
Ich erkundige mich telefonisch bei einer Verkäuferin, wie denn diese nachhaltige Forstwirtschaft aussehe. "Das Holz kommt aus Plantagen." erläutert sie und erklärt mir darauf hin, wie eine Plantage funktioniert. Ich unterbrach sie und gab zu bedenken, dass Bankirai doch mindestens 100 Jahre alt werden müsse um "erntereif" zu sein. Die Verkäuferin stimmte mir zu. Ich kam zur Sache: "Das bedeutet also, dass diese Plantagen über 100 Jahre alt sind?" - "Richtig!" gab sie zurück. Dann fragte ich sie, wieviel hundert Jahre die Plantagen in Indonesien denn im Schnitt so seien. Diese Frage konnte sie nicht beantworten und sie merkte, das sie überführt war.
Ich teilte ihr meine Bedenken mit und bat sie, diese an den Geschäftsführer weiterzuleiten.
Der Handel ist sich also sehr wohl im Klaren über die Folgen ihrer Geschäftspolitik, aber solange eine Nachfrage für diese Hölzer gibt und damit Geld verdient werden kann, wird das große Geschäft mit dem Ausverkauf der Regenwälder weitergehen. Soviel zur Gewissenlosigkeit der Wirtschaft.
Am 07.Juli 2010 wurde nun eine Verordnung im EU Parlament verabschiedet, welches die Einfuhr von illegalem Holz in die EU untersagt. Jedoch tritt diese Verordnung erst im Frühjahr 2013 in Kraft, bis dahin dürfen die letzten Regenwälder des Planeten noch ordentlich ausgebeutet werden. Bis 2015 wird ohnehin der Großteil der Regenwälder zerstört sein.
Australien hingegen möchte sich überhaupt nicht festlegen (entgegen anders lautender Ankündigungen) und wird auch in Zukunft illegal geschlagenes Holz importieren.

Regenwald in Indonesien
Die Folgen die durch die Zerstörung der letzten Regenwälder entstehen sind bisher noch nicht abzusehen. Tatsache ist, dass diese Wälder als Wasserspeicher fungieren und einen eigenen Klimahaushalt besitzen. Die Humusschicht der Regenwälder ist extrem dünn und nach dem abholzen des Waldes wird die gesamte Humusschicht sehr schnell weggewaschen und das Land wird unfruchtbar. Bei jedem Regenguss kommt es nun zu starker Erosion oder sogar zu einem Erdrutsch. Der Trinkwasserspiegel sinkt ab und die Niederschlagsmenge in der Region sinkt. Doch das sind nur die lokalen Folgen.
Doch die globalen Folgen sind weit schlimmer. Bei der Zerstörung eines Regenwaldes werden große Mengen CO² freigesetzt, die weltweit 20% des Kohlendioxids ausmachen. Indonesien z.B. katapultierte sich auf diese Weise zum drittgrößten CO² Emittenten der Welt, gleich nach der USA und China.
Was kann ich gegen diese Entwicklung unternehmen?
- Finger weg von Tropenholz jeder Art!
- Teilt diese Informationen mit Freunden und Bekannten!
- Kauft nur Recyclingpapier Produkte
- Boykottiert Bau- oder Holzmärkte, die solches Holz anbieten und teilt der Geschäftsleitung mit, warum Ihr dort nicht mehr einkaufen werdet.
- Beteiligt Euch an Petitionen und E-mail Aktionen zum Thema Regenwaldschutz (entsprechende Aktionen findet ihr hier bei save my nature)
Artikel: Maik Schaffer
Fotos: Maik Schaffer, Copyright: BOS Deutschland e.V.
__________________________________________________
Sun-bathing on the orangutan's cost?
Despite the ongoing destruction of the rain forests (which should be escpecially protected), the Indonesian wood Bankirai (or Balau) can be purchased at nearly every wood trader. Bankirai is known for its stability and longevity. The wood has a remarkably high density and therefore is especially suitable for wet areas, as it does not decompose. In Germany, it is mostly used for terrace paneling or garden furniture.
Sales clerks often make customers believe, that Bankirai of course comes from sustainable cultivation from Indonesian plantations. The customer then is appeased and stops asking nasty questions.
Fact is, hoewever, that Bankirai has to be about 100 years old so that chopping a tree down is rewarding.
In this article, Bankirai is only an example for other tropical woods that are endangered:
(Souteast)Asia: Teak, Bangkirai, Keruing, Meranti or Yellow Balau, Merbau, Nyatoh, Bintangor, Red Canarium.
Africa: Abachi, Wenge, Iroko, Sapelli, Afroromosia
South America: Massaranduba, Cumaru, Ipe, Jatoba, Nyatho.
Despite the endangerment, this species are available in timber trade and almost always come from illegal cutting.
To guarantee a sustainable sylviculture and to prevent the extinction of diverse timbers, the FSC (Forest Stewardship Council) seal was founded in 1997. By means of standardized criteria, the destruction of whole ecosystems should be avoided.
Unfortunately, it has become quite clear, that a total surveillance is not always possible. Again and again, timber of doubtful origin was approved with the seal and shipped to Europe.
Despite the FSC seal (and about 50 other wood- and forest seals) the merry ado in the rainforest continues unabatedly, because sustainable forestry in the sensitive ecosystem rain forest does not exist (yet)!
When an ancient forest giant is chopped down in the wood, a whole microcosm dies with the tree; Amphibia, Reptiles, Insects, Epiphytes, etc.
Moreover, the falling tree irreparably damages its surroundings – not to mention the roads for the timber trucks. Later, poachers, plantation oweners or settlers use these roads. A road in the rain forest always is the root of all evil. The chopping of a tree tears a hole in the canopy of the forest – this leads to a drying out in the respective area which increases the danger of wildfires. There's really no sustainability or responsibility in that.
The environmentally conscious consumer can only be advised to not buy tropical wood at all – whether it is certified or not.
There are many alternatives nowadays, starting with specially treated native woods or wood-synthetic composites. Despite that, many people still rely on tropical wood, either out of ignorance or indifference. The trade doesn't really care, as our test confirmed.
We called a couple of wood traders, because we wanted to know, how they react to questions of ecological sustainability. I posed as the proud owner of a 30m² terrace and said, that I wanted to redo its paneling.
The first sales clerk quickly mentioned Bankirai and enthused over its advantages. I asked for the price and was surprised to hear, that Bankirai only costs 60€ (about 78 US$) per m² and thus is remarkably cheaper than a wood-synthetic composite. Asked about the wood's origin, a clear answer was given: Tropical wood comes from tropic rain forest, the clerk said, everyone should be aware of that.
I asked for Bankirai from plantation growth, again the sales clerk found very clear words: This would be actually impossible, facing the growth period of 100 years. I cut right to the chase of the matter: “Against better knowledge, you accept the destruction of the last rain forests?”
The salesclerk started stuttering and told me something about only 6% of tropical wood being used as construction timber and that most rain forests would be cut down because of palm oil plantations. “The lesser evil” said the clerk.
At the second timber trader, the conversation went quite differently. After I asked for the ecological aspects of Bangkirai, the salesclerk immediately started stuttering. He couldn't tell me any details, he said, the timber would be bought from certified traders. I dug deeper: “So the wood is certified?” Again an evasive and unclear answer was given.
When I asked at the end, that I can never be sure that my Bangkirai does not destroy the rain forest, the salesclerk said I was right.
A third market promised, in connection with Bangkirai, on its website: Sustainable Forestry!
I called in and asked a sales clerk, how this sustainable forestry would look like. “The timber comes from plantations”, she told me and explained how a plantation works. I interrupted and said that Bangkirai has to grow for about 100 years to be ready for “harvest”. The clerk agreed. “This means, that these plantations are older than 100 years?” I asked – “Correct” she answered. Then I asked how many centuries old Indonesian plantation were averagely. This question, she couldn’t answer and she knew that she was “convicted”.
I told her about my worries and asked her to forward them to the management.
The trade very well knows the consequences of their policy, but as long as there is a demand for these kinds of wood and money is owned with them, the big business with the sale of the rain forests will continue. So much for the lack of conscience of the economy.
On 7th July 2010, the EU Parliament passed a regulation that forbids the importation of illegally cut wood into the European Union. This regulation however does not become valid until spring 2013 – until then this planet's last rainforest are free to be exploited. Until 2015, the major part of the rainforests will be destroyed anyway.
Australia however is unwilling to make a commitment (against opposite announcements) and will import illegally cut wood in the future.
The consequences of the destruction of the last rain forests are not yet to foresee. It is a fact, that these forests are water reservoirs, that have an own climate system. The layer of humus in the rain forests is extremely thin and after deforestation, the entire layer is soon washed off and the land becomes infertile. With every rain drop, the land is further eroded or landslides occur. The level of drinkable water is lowered and there is less rain in the area. But this are only the local consequences.
The global consequences however are far worse.
When a rain forest is destroyed, large quantities of carbon dioxide are released, 20% of the world's CO² in total. Indonesia, for example made itself to the world's third largest CO² emitter, right after the USA and China.
What can I do to stop this development?
- Don't use tropical wood of any kind!
- Share this information with friends!
- only buy recycled paper products.
- boycott home improvement stores which sell such wood and tell the management why you don't buy there anymore.
- take part in petitions and E-Mail actions concerning the protection of the rain forests (such actions can be found at save my nature).
Text: Maik Schaffer
Photos: Maik Schaffer, Copyright: BOS Deutschland e.V.
Translation: save my nature
secret































Das ist heftig. Aber eigentlich ist der Schluss damit ganz einfach: Kauft überhaut kein Tropenholz! Da muss man gar nicht so viel Detailwissen behalten, einfach nicht kaufen!
http://www.robinwood.de/german/trowa/fg/index-gartenmoebel.htm