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savemynature TEAM:  Nigeria: Ein El Dorado für Shell

(Please find the english version below)

Der niederländische Öl Multi Shell ist das (nach Umsatz) größte und mächtigste Unternehmen der Welt. In 140 Ländern ist der Konzern Royal Dutch Shell tätig. Das Shell sich jedoch auch in den Bereichen „Menschenrechtverletzung“, „Vertreibung“, „Waffenhandel“ sowie „Auftragsmord“ stark macht, ist leider nicht weitreichend bekannt.

Im Jahr 1956 wurde in Nigeria zum erstmalig Öl entdeckt und zwei Jahre später waren die Herren von Shell zur Stelle um mit der Förderung zu beginnen. Im Nigerdelta, im Land des Volkes der Ogoni, wurde mit der Förderung begonnen. Man begann Pipelines durch die Äcker und Dörfer der Ogoni zu verlegen, häufige auftretende Öllecks verseuchten von nun an den Boden und das Meer und Saurer Regen setzte ein.

Den Ogoni, ein Volk das von Landwirtschaft und Fischerei lebt, wurde die Lebensgrundlage entzogen, ganz zu schweigen von der Dezimierung der Lebensqualität, z.B. durch massive Gesundheitsschädigung.

Da Shell versprach die Ölverschmutzungen zu beseitigen, wurden die Rückstände kurzerhand abgebrannt, was eine z.T. meterdicke Ölkruste zur Folge hatte. Weiterhin schaufelte man Ölschlamm in metertiefe Löcher, die während der Regenzeit wieder ausgespült wurden.
So wurde alsbald auch das Grundwasser mit Ölrückständen verseucht (die Werte sind 360mal höher als in der Europäischen Union erlaubt) und viele Tier und Pflanzenarten verschwinden. Krankheiten, Armut und Unterernährung breiteten sich aus.

Bei den Ogoni entwickelte sich Widerstand und unter der Führung des Schriftstellers Ken Saro-Wiwa wurde die MOSOP (Movement for the survival of Ogoni People) gegründet. Das wiederum passte Shell nicht in die Planung.
Daher begann Shell in enger Zusammenarbeit mit der Landesregierung, diese wachsende Bewegung zu unterdrücken.
Zunächst wurde das Nigerianische Militär von Seiten von Shell großzügig finanziell unterstützt, und eine mobile Polizeieinheit zum Schutz des bemitleidenswerten Konzerns wurde ins Leben gerufen.

Diese Entwicklung fand im Jahr 1990 ihren vorläufigen Höhepunkt. Der Konzern bezahlte das Militär, um im Dorf Umuechen eine friedliche Demonstration niederzuschlagen, da Shell sich bedroht fühlte. In zwei Tage andauernden Gemetzel werden 80 Menschen getötet und 495 Häuser zerstört. Eine nachträgliche rechtliche Prüfung der Umstände ergab, dass die Dorfbewohner keinerlei Bedrohung für Shell darstellten.

Drei Jahre später kam es erneut zu Unruhen. Die Ogoni demonstrierten friedlich gegen die Zerstörung ihrer Äcker für Ölpipelines. Der Protest wurde gewaltsam niedergeschlagen und die Militärregierung unter General Abachas ließ daraufhin 2000 Menschen ermorden und 80.000 Menschen aus ihrer Heimat vertreiben. Der Shell Konzern schaute dabei wohlwollend zu. Mit der „Rivers State Internal Security Task Force“ wird 1994 sogar eine Spezialeinheit gegründet, um das ehemals friedliche Ogoniland dauerhaft zu besetzen und zu terrorisieren.



1995 wurden Saro-Wiwa und 8 weitere MOSOP-Führer nach einem Scheinprozess vor einem Militärgericht zum Tod durch den Strang verurteilt, weil sie sich für Umweltschutz, die Anerkennung der Menschenrechte und wirtschaftliche Gerechtigkeit eingesetzt hatten. Sie waren damit Shell und der Regierung ein Dorn im Auge.
Den Anwälten der Angeklagten wurde der Zutritt zu ihren Klienten untersagt, „Zeugen“ wurden von Shell und dem Militär bestochen, Beweise manipuliert. Auch massive weltweite Proteste konnten schließlich nicht verhindern, dass die Männer 8 Tage später hingerichtet wurden.

Ein Jahr später klagen die Familienmitglieder von Saro-Wiwa in Amerika Menschenrechtverletzung gegen Shell. 1998 wurde die Klage von einem US Bundesrichter zurückgewiesen. Im September nahm das Berufungsgericht den Fall erneut auf und verwies an den Obersten Gerichtshof in New York, welcher am 26. März 2001 das Verfahren aufnahm. Im Februar 2010 wurde der Verfahrensbeginn erneut verschoben.

Im Januar 1998 ließ das Militär 25 Menschen einsperren, weil sie den alljährlichen friedlichen Feiertag der Ogoni organisiert hatten.

Fazit
Shell hat irreparable Verwüstungen in das Land der Ogoni gebracht und Korruption und Militärdiktatur gefördert. Der Fall der Ogoni ist lediglich der bekannteste Fall in Nigeria. Dutzende andere ethnische Minderheiten leiden ebenfalls unter der Ausbeutung von Shell.
Von dem großen Geschäft mit dem Nigerianischen Öl haben die Ogoni natürlich nicht profitiert.
Die Dörfer der Ogoni haben kein sauberes Wasser, selten Elektrizität und eine miserable Gesundheitsversorgung.

Obwohl Shell noch in 28 weiteren Ländern nach Öl bohrt, so sind doch 40% aller Öllecks im Nigerdelta aufgetreten. In den 70ér Jahren trat hier mehr Öl aus als bei der Exxon Valdez Katastrophe von 1989. Eine gewisse Nachlässigkeit darf man Shell hier durchaus unterstellen.
Weiterhin wird in der Region 95% des extrahierten Gases einfach abgebrannt. Das entstehende CO² und Methan machen die Nigerianischen Ölfelder für mehr Emissionen verantwortlich, als die Summe aller Ölfelder weltweit.
Durch diese Abgase kommt es zu einem enormen Anstieg von Atemwegserkrankungen wie Asthma, Magen-Darm Entzündungen und Krebs.

Im Jahr 2005 wurde Shell daher vom Federal Court of Nigeria das Abbrennen von Erdgas untersagt. Shell setzte sich über dieses Gesetz hinweg und verbrannte in einem Jahr noch 3,5 Millionen Tonnen Kohlenwasserstoffe. Shell hält sich bis heute nicht an diesen Beschluss, sondern ging dagegen in Revision.

In Nigeria sind es die Ölkonzerne wie Shell, sowie das Militär, die die totalitäre Macht besitzen. Die Ölkonzerne besitzen erschreckend hohen Einfluss auf die Regierung: 80% der Regierungseinahmen sind auf Erdöl zurückzuführen, die Hälfte davon fällt auf Shell.
Große Geldsummen sind (in Form von Bestechungsgeldern) in den Taschen von ranghohen Offizieren und Beamten verschwunden. Die Lokalregierungen wissen um diese Schmiergelder, welche Kampagnen gegen die Ölkonzerne unterbinden sollen.
Bis heute kommt es in Nigeria immer wieder zu Konflikten zwischen der Bevölkerung und der Regierung, bzw. den Ölkonzernen, welche sich in den armen Ländern unserer Welt offensichtlich alles erlauben können.

Artikel: Maik Schaffer
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Nigeria: A paradise for Shell

The Dutch oil multinational company Shell is (concerning sales volume) the largest and most powerful company in the world. Royal Dutch Shell is active in 140 countries. It is hardly known, however, that Shell is active in the fields of “human rights violation” “expulsion” “weapons trade” and “contract killing”.

In the year 1956, oil was first discovered in Nigeria, two years later, shell was there to start with the drilling. The extraction started in the Niger delta, the Ogoni peoples land. Pipelines were laid through the Ogoni’s acres and villages, multiple oil leaks polluted the soil and the sea and sour rain set in.

The Ogoni, a people living from agriculture and fishery were deprived of their basic survival needs, not to mention the lowering of their live quality through e.g. massive health issues.

Shell promised to remove the oil pollution and thus burned remains, causing a metre thick oil crust. Furthermore, oil sludge was thrown into holes, which were flushed out during rain time. This way, the ground water was stained with oil remainders (with a contamination of about 360 times the worth, the European Union allows) and many animals and plant species perished. Illness, poverty and malnourishment spread.

But the Ogoni developed a resistance, led my writer Ken Saro-Wiwa, the MOSOP (movement for the survival of Ogoni people) was founded. That didn’t fit in with Shell’s plans. Therefore, Shell started to oppress this growing movement – in cooperation with the government.
In the first instance, the Nigerian Military was generously founded by Shell to create a mobile police unit to protect the pitiable company.

This development reached its climax in 1990. The company paid the military to strike down a peaceful protest in the village of Umuechen, because Shell felt threatened. In the two day long carnage, 80 people were killed, 495 houses destroyed. A following legal investigation of the circumstances found, that the villages posed no threat to Shell.

Three years later, new unrest was at hand. The Ogoni protested peacefully against the destruction of their acres by oil pipelines. The protest was knocked down violently and the military government led by General Abachas had 2000 people by killed and another 80.000 people by driven out of their homes. Shell regarded this with favour. With the “Rivers State Internal Security Task Force”, a special unit was founded in 1994 to occupy and terrorize the once peaceful Ogoni land.



In 1995, Saro-Wiwa and 8 further MOSOP-Leaders were sentenced to hang by the neck until dead in a mock trial by a military court, because they advocated environmentalism, human rights and economic justice. They were a thorn in the flesh of Shell and the government.
The defendant’s attorneys were not allowed to visit their clients, “witnesses” were bribed by Shell and the military, evidence was manipulated. Even massive world-wide protests couldn’t prevent, that the 8 men were executed 8 days later.

One year afterwards, the family of Saro-Wiwa filed a lawsuit against Shell for human rights violation in the United States. In 1998, the case was rejected by a federal judge. In September the same year, the appeal court reopened the case and transferred it to the supreme court, who opened a procedure on March 26th 20011. In February 2010, the start of the procedure was once more delayed.

In January 1998, the military incarcerated 25 people, because they organized an annual, peaceful holyday of the Ogoni.

Summary

Shell brought devastation beyond repair to the Ogoni’s land and furthered the corruption of the military dictatorship. The Ogoni’s case is only the most known case in Nigeria. Dozens of other ethnic minorities suffer as well from the exploitation by Shell. Of course, the Ogoni did not profit from the big deal with Nigerian oil.
The Ogoni’s villages have no clean water, hardly any electricity and poor health care.

Despite the fact, that Shell dig’s for oil in 28 further countries, 40% of leaks happened in the Niger delta. In the seventies, more oil was spilled here, than at the Exxon Valdez incident of 1989. Carelessness can surely be attributed to Shell. Furthermore, 95% of the gas, gathered in the region is simply burnt. The Nigerian oil fields produce more CO² and Methane than all the world’s oil fields combined.
Due to the emissions, the number of respiratory diseases, like asthma, stomach illnesses and cancer rises.

In 2005, the Federal Court of Nigeria prohibited Shell from burning petroleum gas. Shell ignored the law and burn 3.5 million tonnes of carbon hydrides in one year. Up to this day, Shell does not obey the law but appealed on points of law.

In Nigeria, it is oil companies like Shell as well as the military that have totalitarian power. The oil companies have a shockingly high influence: 80% of the government’s income is due to petrol, have of this comes from Shell.
Larger sums of money have vanished to the pockets of high-ranking officers and executives In the form of bribes. The local governments know about this bribes which are aimed to prevent campaigns against oil companies.
Until today, there are conflicts in Nigeria between the people and the government or the oil companies, that seem to be able to do as thy like in the poorest countries of our world.

Article: Maik Schaffer